von Hermann Ritter
Stichworte wie das rassische Wissen aus
dem Rückenmark, die Schwarze Sonne, die angebliche Herkunft der
Olmeken von den Wikingern, der Gral und seine Bindung an europäische
Herrscherhäuser, deutsche Atombomben und Nurflügelbomber haben
wieder Hochkonjunktur. Verschwörungstheorien scheinen allgemein der
Zeitqualität zu entsprechen.
Die meisten Menschen, die sich mit den
genannten esoterischen Themen beschäftigen, führen ihr Leben sehr
wohl in Teilen rational und glauben, dass sie einer gewissen
Rationalität huldigen; man kann rational sein beim Schuhkauf –
aber auf einmal glaubt man an die Verbindung zwischen Außerirdischen
und Nazis oder an geheime Atomwaffenprojekte des III. Reichs.
Faustpfand ist und bleibt hier die Aufklärung; der Versuch, rationell mit den Fragen umzugehen, um Antworten zu finden, die aus dem Hirn und nicht dem Bauch gespeist werden. Symbole haben Macht. Mythen wachsen mit der Zeit mit; Begriffe/Symbole als Mythen haben Macht und werden in Besitz genommen, wenn sie nicht besetzt sind. So müssen wir damit leben, dass Begriffe, die wir selbst nicht nutzen, (wieder) an jene fallen, die mit ihnen Missbrauch betreiben. In vielen Fällen werden neue Mythen, neue Symbole erschaffen und durch die Verschwörungsliteratur mit Bedeutung „aufgeladen“. Hier gilt es nicht, eine Rückeroberung der Begrifflichkeiten einzuleiten, sondern darauf hinzuweisen, aus welchen Quellen sich diese nähren.
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