Neue Artikelsammlung online

In den vergangenen Tagen ist der Webauftritt des Eldarings um einen wichtigen Schatz bereichert worden: Aus anderthalb Jahrzehnten Herdfeuer seit dem Jahr 2003 wurden fast 100 Artikel – auch von längst vergriffenen Printausgaben – wiederbeschafft, gesichtet und davon knapp 30 hochwertige Artikel ausgewählt, durchgesehen, teils aktualisiert und anschließend lektoriert, hochgeladen und formatiert. Diese umgerechnet knapp 300 DIN A4-Seiten stehen euch nun in unserer neuen Artikelübersicht zur Verfügung: zur Artikelübersicht.

Doch dies ist erst der erste Streich. Im Hintergrund werden aktuell noch weitere Artikel vorbereitet, die in naher Zukunft Stück für Stück bearbeitet und hochgeladen werden.

Besonderer Dank gelten Hermann Ritter für das mühselige Sammeln der Artikel, unserem Bewahrer Kurt Oertel für die komplette Durchsicht, Sortierung und Nachbearbeitung sowie Carsten Dahlmann für die Online-Formatierung und das Lektorat – sowie natürlich allen Autoren, die diese großartigen Artikel einst verfasst haben.

Arbogast – eine vergessene Heldengeschichte

von Kurt Oertel

Die Völkerwanderungszeit war ein Zeitalter, in dem herausragende und entschlossene Persönlichkeiten zu Legenden werden konnten. Praktisch alle großen Figuren der südgermanischen Heldensage haben ihren Ursprung in dieser unruhigen Zeit, aus der letztlich ein neues und völlig verändertes Europa hervorging. Wenn im heutigen Heidentum Namen der großen Volkskönige wie Theoderich der Große, Alarich, Geiserich usw. bewundernd genannt werden, scheint dabei jedoch gerne übersehen zu werden, dass all diese Herrscher und ihre Völker bereits Christen waren. Mit dem Namen Arbogast aber scheinen nur spezialisierte Historiker vertraut zu sein. Und doch ist gerade seine Geschichte des Erzählens wert, nicht nur, weil er Zeit seines Lebens den Göttern seiner Ahnen treu blieb, sondern mehr noch, weil er in Ereignisse verwickelt wurde, deren Kenntnis jedem heutigen Heiden gut anstehen würde und die in zusammenhängender und gemeinverständlicher Form so noch nie erzählt worden sind, sondern in fachwissenschaftlichen Gesamtdarstellungen bestenfalls nur in wenigen Sätzen abgehandelt werden. Dies also ist sie, die seltsame, großartige und (wie jede gute germanische Heldensage) tragische Geschichte Arbogasts.

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Die Angeln und der Ursprung der Engländer

von Kurt Oertel

Die ursprüngliche Heimat der Angeln liegt im Süden der jütischen Halbinsel in einem Gebiet, das Teile des heutigen Schleswig-Holsteins und südlichen Dänemarks umfasst. Das eigentliche Kernland dieser Gegend, die Ostsee-Region zwischen der Flensburger Förde und der Schlei, trägt auch heute noch den Namen Angeln, wobei aber sicher scheint, dass nicht die Gegend nach dem Volk, sondern umgekehrt das Volk nach diesem wohl älteren Landschaftsnamen benannt ist, der einfach nur „Enge“ oder „Winkel“ bedeutete. Die Angeln lebten in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Sachsen im Südwesten, den Langobarden im Südosten und den Jüten im Norden (die noch nichts mit den Dänen zu tun hatten, die erst später aus Südschweden zuwanderten). Der alte Machtbereich der Angeln muss allerdings weit größer gewesen sein als die heutige gleichnamige Gegend, denn andernfalls hätten sich ihre späteren Wanderungsbewegungen nicht so eindeutig in das Nordseegebiet gerichtet. Sprachwissenschaftlich bezeichnet „anglisch“ zwei altenglische Dialekte, die uns aus den englischen Gegenden Northumbria und Mercia des 8. Jahrhunderts belegt sind. Ob die sich direkt auf das Anglische der Schleswig-Holsteiner zurückleiten lassen, ist dabei eine müßige Frage. Für Letzteres haben wir außer ein paar Personennamen und frühen Runeninschriften nämlich keine Zeugnisse, und die zeigen, dass sich das Germanische damals noch kaum in die späteren Zweige auseinanderentwickelt hatte. Erstmals erwähnt werden die Angeln von Tacitus in seiner Germania, der sie unter den Nerthus-Verehrern aufzählt. Ob er sie den Sueben zurechnet, die am Angang des nächsten Kapitels erwähnt werden, ist wegen der schwierigen Bezüge im lateinischen Original unklar. Das aber tut 50 Jahre später Ptolemaios, lokalisiert den Stamm aber völlig falsch, wenn sein Begriff Sueben Angeilen (Suhbwu tou Aggeilwu) sich denn überhaupt auf die Angeln bezieht. Archäologische Funde scheinen zu bestätigen, dass sie nicht schon immer in Schleswig-Holstein lebten, sondern im Lauf des 1. Jahrhunderts v.d.Z. langsam aus den suebischen Gebieten an der oberen Elbe zuwanderten.

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