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RE: Religiöse Schulverweigerer |
91 # 131  |
Manegarm Edda-Leser

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Eingetragen am 08-02-2010 16:58 |
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| Quote | Kater Hinze schrieb:
Ich sag dazu nichts mehr. |
Schade. Gerade wurde es spannend.
Der zuverläßigste Weg, nicht nach Walhall zu gelangen, ist, vor Odin auf die Knie zu fallen. |
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RE: Religiöse Schulverweigerer |
92 # 131  |
swawa Eigener Hochsitz

Beiträge: 850
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Eingetragen am 08-02-2010 17:36 |
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| Quote | Rom.
Dort war Heidentum lange Zeit Staatsreligion und Teilnahme an den Festen wurde als Loyalität zum Staat verstanden.[....]Als Staatsreligion dient eine Religion nur dem Machterhalt, das war von den sumerischen Stadtgöttern bis zum Knechtsgott hier und heute ein und dasselbe. Und mir ist ehrlich gesagt scheißegal, in wessen Gottes Namen ich beherrscht werden soll. Religion gehört grundsätzlich nicht in Staatshände, und die eigene will ich da noch viel weniger sehen als jede andere. |
Sehr schöne Ausführung. Ich möchte noch die südamerikanischen heidnischen Religionen anführen, wo im Namen der Götter von Staatswegen grausame Menschenopfer dar gebracht wurden. Blutrünstigkeit oder abartige Auswüchse sind kein Privileg der christlichen oder muslimischen Religion, denn Kranke, Abartige, Sadisten und Perverse dürfte es in jeder Religion und in jeder Kultur geben.
Nur weil eine Religion heidnisch ist, muss sie noch lange nicht per Definition besser sein als andere. Ich wage sogar zu Behaupten, wenn wir sagen, dass unsere Religion besser wäre als eine der monotheistischen Religionen, dass wir uns dann auf die selbe Stufe stellen, wie ein Christ, der uns etwas von seiner besseren Religion erzählen will.
Ich bleibe bei meiner Aussage: Ein moderner, aufgeklärter Staat muss säkular sein, daran sollten wir arbeiten. Alles andere ist anachronistischer Blödsinn.
| Quote | | Ich sag dazu nichts mehr. |
Warum? Weil Dir die Antworten hier nicht gefallen? Was hast Du denn erwartet?
Säkulare Grüße
Swawa
Brave Mädchen kommen in den Himmel - böse Mädchen kommen überall hin. |
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RE: Religiöse Schulverweigerer |
93 # 131  |
krischan Skalde

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Eingetragen am 08-02-2010 23:39 |
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Hi Swawa,
im antiken Rom war über 90 % der Literatur säkular. Als im 7. jahrhundert das Christentrum "reinen Tisch" machte, war danach insgesamt gerade noch 10% vorhanden und die meiste Literatur war christlich.
Da fällt es mir nicht schwer Prioritäten zu setzen, man muß nur wissen auf welcher Grundlage man etwas beurteilt, nicht, das jede Beurteilung per sè schlecht ist.
Grüße, krischan
Herdwart Münsterland (NRW) | Moderator | Herdfeuer Redaktion |
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RE: Religiöse Schulverweigerer |
94 # 131  |
ulrike Skalde

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Eingetragen am 09-02-2010 08:35 |
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Stellt sich auch immer die Frage, wie man 'Staatsreligion' definiert, ob etwas 'Staatsreligion' ist, hängt vermutlich eng mit dem Grad der gesellschaftlichen Organisation zusammen. Es war ja nicht im anitken Rom nicht der Glaube an die Götter vorgeschrieben, sondern dass man am Kult teilnahm.
Ähnlich war es wohl in den germanisch-heidnischen Gesellschaften: das gemeinsame Opfern war Teil der gesellschaftlichen Zusammenkünfte und notwendiger Überbau, und da wird sich wohl auch derjenige nicht ausgenommen haben, dem der ganze Götterkram eigentlich egal war. 
Insofern war die gemeinsam ausgeübte Religion wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft, so nach dem Motto: 'Alle ziehen an einem Strang', ohne dass jetzt jeden Sonntag Glaubensbekenntnisse und Beichten gefordert wurden.
Unsere säkulare Gesellschaft könnte ein gemeinsames, zusammenführendes Erlebenis ebenfalls ab und zu gut gebrauchen: denkt mal an die Euphorie während der Fussball-EM (oder wars die WM) vor drei Jahren, als alle Amok gelaufen sind.
Das Eine (verordnete Religion) ist mir eigentlich genauso unlieb wie das Andere (alle drehen wegen Fußball durch).
Die Frage ist nur: was hält eine Gesellschaft zusammen, die nichts gemeinsam hat?
Liebe Grüße
Ulrike
The Past Didn't go Anywhere.
Utah Phillips |
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RE: Religiöse Schulverweigerer |
95 # 131  |
swawa Eigener Hochsitz

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Eingetragen am 09-02-2010 09:32 |
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| Quote | | Ähnlich war es wohl in den germanisch-heidnischen Gesellschaften: das gemeinsame Opfern war Teil der gesellschaftlichen Zusammenkünfte und notwendiger Überbau, und da wird sich wohl auch derjenige nicht ausgenommen haben, dem der ganze Götterkram eigentlich egal war. [..]Insofern war die gemeinsam ausgeübte Religion wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft, so nach dem Motto: 'Alle ziehen an einem Strang', ohne dass jetzt jeden Sonntag Glaubensbekenntnisse und Beichten gefordert wurden. |
Ja und ist das etwa positiv? Das ist doch genau der gleiche Scheiß, der hier teilweise andiskutiert wird, in Form von Schülern, die zu irgendeinem Kirchenschulgebet geschleppt werden. Wenn wir meinen, ein gemeinsames Opfer könne ja nicht schaden (wegen Gruppenzusammenhalt etc.), dann müssen wir auch grundsätzlich so ehrlich sein und sagen, ein gemeinsamer christl. Gottesdienst von Klassenkameraden kann nicht schaden (ihr wisst schon, Gruppenzusammenhalt und der ganze Kram).
Ich werde ganz sicher nicht anfangen, mit zweierlei Maß zu messen, für mich ist beides gleich verwerflich.
Und, um mal wieder zum Thema zurück zu kommen, Heimunterricht im Zusammenhang, was eine Gesellschaft zusammen halten könnte, ist da bestimmt nicht gerade förderlich, sondern dürfte wohl eher das Gegenteil bewirken und das Auseinanderdriften der Gesellschaft beschleunigen.
Säkulareschulpflichtfordernde Grüße
Swawa
Brave Mädchen kommen in den Himmel - böse Mädchen kommen überall hin. |
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RE: Religiöse Schulverweigerer |
96 # 131  |
Ylva Skalde

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Eingetragen am 09-02-2010 10:25 |
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Da könnten wir aber an den Punkt kommen, dass den Schulen dann vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird, nach einem festen Schlüssel Schüler verschiedener familiärer Hintergründe aufzunehmen.
Nach welchen Kriterien soll das geschehen?
Einkommen?
Religionszugehörigkeit?
Hautfarbe?
Das könnte dann zu Auswüchsen wie dem "busing" im Amerika der 60ger Jahre führen, als schwarze und weiße Kinder zwangsweise in die Schulen der jeweils anderen Wohnviertel transportiert wurden.
Würden dann auch folgerichtig Privatschulen abgeschafft, würde man die Chance vertun, dass neue pädagogische Konzepte im kleinen erprobt werden könnten. (In meinem Internat wurde damals z.B. das jetzt nach über 30 Jahren wieder abgeschaffte Kurssystem gerade erprobt.)
Die Impulse für die Veränderung des staatlichen Schulsystems kamen immer wieder von querdenkenden Pädagogen, die mit neuen Schulsystemen neue Wege zum Wohle der Kinder gegangen sind. (siehe: Reformpädagogen etc.)
Gruß,
Ylva, |
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RE: Religiöse Schulverweigerer |
97 # 131  |
ulrike Skalde

Beiträge: 2383
Eingetreten: 14.03.03
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Eldaring-Mitglied |
Eingetragen am 09-02-2010 11:30 |
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Hei,
| Quote | swawa schrieb:
Ja und ist das etwa positiv?
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hab ich nicht behauptet. Ich wies nur darauf hin, dass eine Gesellschaft offenbar verbindende oder die Gemeinschaft fördernde Zusammenkünfte/Erlebnisse braucht. Ich geh weder in die Kirche noch ins Stadion.
| Quote |
Und, um mal wieder zum Thema zurück zu kommen, Heimunterricht im Zusammenhang, was eine Gesellschaft zusammen halten könnte, ist da bestimmt nicht gerade förderlich, sondern dürfte wohl eher das Gegenteil bewirken und das Auseinanderdriften der Gesellschaft beschleunigen.
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Wie die deutsche Gesellschaft mit ihrer Schulpflicht hinreichend beweist. 
Parallel- oder Mikrogesellschaften werden außerdem ebenso durch Privatschulen oder die Aufteilung der Schüler in Gymnasien, Real- und Hauptschulen gefördert. Ob ein Kind hier in die Waldorfschule geht oder zu Hause unterrichtet wird: es wird woanders einkaufen, andere Vorstellungen haben, andere Freunde aus einem anderen gesellschaftlichen Kreis haben als das Kind eine Straße weiter, das in die staatliche Realschule geht.
Und ob ein Kind nun beigebracht bekommt, das erste Lebewesen sei von einer Kuh aus dem Eis geleckt worden oder aus einem Klumpen Lehm erschaffen, ist letztlich zweitrangig und genaugenommen auch gar nicht so ausschlaggebend dafür, wie sich ein Mensch innerhalb seiner Gemeinschaft vor Ort verhält.
Liebe Grüße
Ulrike
The Past Didn't go Anywhere.
Utah Phillips
Bearbeitet von ulrike am 09-02-2010 11:31 |
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| Autor |
RE: Religiöse Schulverweigerer |
98 # 131  |
Haldir Stórverkr

Beiträge: 694
Ort: Magdeburg
Eingetreten: 09.05.07
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Eingetragen am 09-02-2010 11:39 |
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Meiner Meinung nach gehört Religion überhaupt nicht in die Schule!! Jedenfalls nicht in die öffentlichen Schulen. Ich weiß noch wie genervt ich war, Reli in der Schule zu haben, und dann nach der Schule noch zum Religionsunterricht für die Konfirmation gehen zu müssen. Bei beiden gabs dann auch noch Hausaufgaben. Warum richten die Kirchen und allen anderen Glaubensgemeinschaften nicht einfach einen Religionsunterricht ein, der dann nach der Schule wahr genommen wird. Oder Reli ab einer gewissen Stufe erst anbieten und dann als Wahlpflichtfach. Dann würden die Personen bedient, die gerne in einen Religionsunterricht gehen wollen.Und jetzt mal zum Fach Ethik: Welche ethischen Grundsätze werden denn dort gelehrt? Na die christlichen, welche denn sonst. Diese Werte sind doch diejenigen, welche unsere Gesellschaft schon seid Jahrhunderten prägen. Eigentlich seid dem sämtliche Heiden aus Europa verschwunden waren, fingen wir an nach christlichen Traditionen und werten zu leben. Und genau diese werden heute im Ethikunterricht gelehrt. Also wozu also Ethik, wenn man keinen Reli-Unterricht möchte.
Heimunterricht ist da auch keine Alternative, da es den Kindern und dann später den jungen Erwachsenen an einer vergleichbaren schulischen Ausbildung fehlt. Woher soll den die Uni wissen, ob er auch wirklich so gut ist wie er behauptet?? Oder wie soll ein Chef denn den Bewerber bewerten? Und was meiner Meinung nach am wichtigsten ist, was ist mit dem lernen von sozialer Kompetenz, die an einer Schule schon immer sehr wichtig war, denn wer wollte schoin gern als Außenseiter da stehen?
Auch wenn unser Schulsystem zur zeit nicht perfekt sit, gibts halt keine Alternative (zur Zeit).
Gruß
Haldir
I amar prestar aen,
han mathon ne nen,
han mathon ne chae,
a han noston ned wilith. |
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| Autor |
RE: Religiöse Schulverweigerer |
99 # 131  |
Ylva Skalde

Beiträge: 2554
Ort: Oberfranken
Eingetreten: 22.07.04
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Eingetragen am 09-02-2010 11:49 |
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Haldir@:
In vielen Fächern werden an den Universitäten schon heute Eignungsprüfungen durchgeführt.
(Es gibt viele Abiturienten, die keinen Dreisatz können. , oder deren sprachliche Ausdrucksfähigkeit erschreckend schlecht ist)
Außerdem müssen bei einem seriösen Heimunterricht selbstverständlich die Lehrpläne berücksichtigt werden.
Da sehe ich kein Problem.
Gruß,
Ylva |
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| Autor |
RE: Religiöse Schulverweigerer |
100 # 131  |
ulrike Skalde

Beiträge: 2383
Eingetreten: 14.03.03
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Eldaring-Mitglied |
Eingetragen am 09-02-2010 12:08 |
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Hi,
| Quote | Haldir schrieb:
Woher soll den die Uni wissen, ob er auch wirklich so gut ist wie er behauptet?? |
Abitur??? Ohne Abitur kann doch eh keiner studieren. Warum soll man nicht auch als Hausschüler an einer Abiturprüfung teilnehmen können?
Und durch die Segnungen der föderalen Bildungspolitik gab es in D sowieso noch nie eine 'vergleichbare' schulische Ausbildung, selbst nicht an den Gymnasien.
Liebe Grüße
Ulrike
The Past Didn't go Anywhere.
Utah Phillips |
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